| „Bäckerei
ist einem in die Wiege gelegt“ |
| Berlinerbäckerei
Theodor Hinrichs ist seit 100 Jahren auf ostfriesischen Märkten
unterwegs |
| Wenn die Berlinerbäckerei Theodor Hinrichs
aus Buttforde nun 100 Jahre Firmenbestehen feiert, hat
Theodor Hinrichs, der Enkel des gleichnamigen
Firmengründers, eine lange und wichtige Zeitspanne davon
selbst gestaltet. Er ist 1957 in die Firma seines Vaters
eingestiegen und backt seitdem mit seiner Frau Hermine als
reisender Schausteller Berliner auf Märkten und
Schützenfesten.1907 sind Etta und Theodor Hinrichs das
erste Mal mit Berlinern auf den Märkten in Ostfriesland
gewesen. Damals wurde der Berlinerwagen noch mit Pferden
gezogen. Das Ehepaar hatte fünf Kinder, zwei von ihnen sind
ebenfalls Schausteller geworden, der eine hat die
Berlinerbäckerei von Theodor Hinrichs übernommen und
wiederum seinen Sohn nach dem Opa benannt.Theodor Junior hat
Theodor Senior noch gekannt. Wie er an dem Stangenofen stand
und in einem großen Topf Fett heiß machte und darin die
Berliner buk. Der Teig wurden portionsweise ausgerollt und
mit einem Löffel wurde die Marmelade in die Mitte gelegt,
der Teil darüber geschlungen. |
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So werden heute noch die Apfel- oder Kirschtaschen gemacht.
Berliner aber gehen an jedem Markttag richtig gut und deshalb
werden sie am Fließband hergestellt. Theodor Hinrichs, heutiger
Firmenchef, hat immer schon mit recht moderner Technik arbeiten können,
Berliner werden seit 50 Jahren bei Familie Hinrichs mit Hilfe der
Elektronik gebacken. 32 Berliner passen auf einmal in die
Fettpfanne und deshalb formt die Teig- und Wirkmaschine auch
gleich 30 Teiglinge auf einmal zum Backen. Was sich nicht geändert
hat: Der Berliner mit Erdbeermarmelade bleibt immer der Klassiker.
An die vielen anderen Füllungen gewöhnen sich die Kunden erst
allmählich. Tagaus, tagein machen Theodor und Hermine Hinrichs
nichts anderes. „Ich möchte auch nichts anderes machen“, sagt
Theodor Hinrichs, denn die fahrende Berlinerbäckerei sei ihm in
die Wiege gelegt. Auch Hermine Hinrichs hat den Beruf lieben
gelernt. Sie war vor ihrer Heirat fünf Jahre lang als Textilverkäuferin
tätig. „Also auch immer mit vielen Menschen in Kontakt“, sagt
sie. Das sei überhaupt das Schöne an dem Beruf. Man sähe jeden
Tag viele Menschen und habe auch viele Kontakte mit ihnen. Theodor
Hinrichs ist meistens in der Backstube, aber auch er beobachtet
von oben das Geschehen. „Einige kamen jeden Tag an unsere
Berlinerbäckerei“, erzählt Hermine Hinrichs über den
vergangenen Weihnachtsmarkt in Aurich. Der gehört mit dem Schützenfest
in Esens und dem Gallimarkt in Leer zu den besonders gut besuchten
Märkten. „Ins Ausland gehen wir nicht“, sagt Theodor
Hinrichs. Was sich wesentlich verändert hat, ist der Zeitfaktor.
„Die Menschen haben immer mehr Freizeit“, beobachtet Theodor
Hinrichs. Deshalb ist auch rund um die Uhr was los auf dem
Weihnachtsmarkt. Früher habe man noch öfter mal Zeit gehabt, mit
den Schaustellerkollegen Kontakte zu pflegen. Richtig schief
gegangen ist eigentlich noch nie etwas in der Berlinerbäckerei.
„Wir können ja immer alles selbst reparieren“, sagt Hermine
Hinrichs. Sie kann mit ihrem Mann und ihren beiden langjährigen
polnischen Mitarbeitern Martin Michalak und Ivonna Pyrra auf ein
gutes Team bauen. „Schausteller können gut improvisieren“,
sagt sie. Und Ehepaar Hinrichs freut sich darüber, dass auch die
vierte und sogar fünfte Generation für Berliner zu begeistern
ist. So haben Hinrich und Edeltraut Hinrichs schon lange einen
eigenen Bäckerwagen und deren Kinder Kiro und Wenke, die Enkel
von Theodor und Hermine Hinrichs, freuen sich immer darüber, wenn
sie bei ihren Eltern oder Oma und Opa ein bisschen aushelfen dürfen. |
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